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Die Verkehrswende ist nicht umsonst zu haben

Leserbrief, 18.9.2020

Der Bau eines sicheren Radwegs von Holler nach Montabaur würde zwischen 3 und 4 Millionen Euro kosten.
Das ergab eine Machbarkeitsstudie.

Zu viel Geld für einen Rad-Fußweg? Mitnichten! Gewiss sind 3 bis 4 Millionen als geschätzte Kosten für eine sichere Rad-Fuß-Verbindung von Montabaur ins Buchfinkenland für die ersten zwei Kilometer bis Holler eine hohe Summe, aber angesichts der seit 25 Jahren währenden Forderung nach einer solchen Verbindung und den Möglichkeiten, in dieser Zeit schon etwas für den Rad-Fußweg zu tun, relativiert sich die Summe.

So zum Beispiel um eine knappe Million hätte der LBM vor knapp zehn Jahren - wie damals verlangt - die Brücke über den Niederelberter Bach an der Kläranlage einfach zwei Meter breiter gebaut.
Auch hätte längst unterwegs der Radweg gebaut werden können, sodass es heute , „nur" noch um die circa 1.8 Millionen für die Brücke ginge. Für diese kann das Land voraussichtlich Geld beim Bund beantragen aus einem Bauprogramm für Radinfrastruktur an und über Bundesstraßen. Zu bedenken ist auch, dass es keineswegs nur um eine sichere Radverbindung geht: Die kurze Strecke von nur zwei Kilometern zwischen Montabaur und
Holler wird schon derzeit sehr oft auch von Fußgängern zurückgelegt.
und es werden sicher deutlich mehr werden, wenn es eine attraktive Verbindung mit dem Highlight
der Brücke gibt. Schließlich sollte der Westerwald endlich aus dem Dunkel der , Radwegeverweigerungshaltung'
des Landes und des LBM Diez herausgeholt werden: Von 99 Landesprojekten seit 2015 war nur eines im Westerwald realisiert worden, und für die Periode von 2019 bis 2024 ist kein einziger Radweg an Landesstraßen vorgesehen.
Die hohe Summe relativiert sich auch angesichts der Millionen, die für Autostraßen verbaut wurden wie wie zum Beispiel die B 255 - bei der im Übrigen kein Pfennig für Radfahrer und Fußgänger ausgegeben wurde - es gibt da keInen Rad-Fußweg neben der vierspurigen Straße. Wann begreifen auch die Landespolitik und der LBM Diez, dass die Verkehrswende nicht umsonst zu haben ist? Immerhin wissen wir jetzt, dass nicht nur alle kommunalen
Gremien für den Rad-Fußweg sind, sondern wir kennen auch die Kosten und Umsetzungsvorschläge.
Und im kommenden Jahr wird der neue Landtag gewählt. Also raus aus der Deckung, ihr Landespolitiker und Autostraßenplaner!

Ritt Schneider, Eva MoIsbergerLange, Norbert Busch, Michael Kien für die Initiative „ Radwe jetzt"

 

erschienen in der Westerwaldzeitung am 18.9.2020 (Seite 18)

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